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Amanjiwo und Borobudur

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Zu den spektakulärsten Orten dieser Welt gehört Borobudur. Nie gehört? Ich auch nicht, bis ich auf dem Cover des Fotobandes “Great Escapes Asia” ein Foto sah und mein Ehemann fast zeitgleich eine gewisse Neigung für Aman-Resorts entwickelte. Ich blätterte in dem schweren Buch und fand Bilder von einem einzigartigen Hotel. So schön, so außergewöhnlich, dass ich mich fragte, ob das „Amanjiwo“ wohl real sein kann. Wir reisten an einen Ort, der unsere Erwartungen noch weit übertraf.

Borobudur, gelegen auf Java, Indonesien, ca. 42 km von Yogyakarta und eine Flugstunde von Bali entfernt, ist die größte buddhistische Tempelanlage der Welt, gebaut ungefähr im 9. Jahrhundert n.Chr. und 1991 zum Unesco-Weltkulturerbe ernannt. Das Heiligtum ist von vier imposanten Vulkanen umgeben, darunter dem berühmten Merapi. In der Nähe liegt das Amanjiwo, das Borobudur in sehr besonderer Art und Weise nachempfunden ist.

Was Borobudur und das Amanjiwo so besonders macht, ist schwer in Worte zu fassen. Da ist zunächst die erste Begegnung. Wenn man in die Zufahrt zum Amanjiwo rollt, bleibt der Fahrer einen Augenblick stehen und macht auf das erste außergewöhnliche Detail aufmerksam. Die Hotelhalle ist wie eine auf Säulen stehende Stupa errichtet und gibt nach hinten im Zentrum den Blick auf Borobudur frei. Ganz wie ein Bild im Bild. Doch die Architektur des Amanjiwo mit all ihren bemerkenswerten Einzelheiten versteht man erst nach einem Besuch von Borobudur.

Das Amanjiwo offeriert seinen Gästen eine ungewöhnliche Auswahl an Aktivitäten. Eine davon ist Borobudur bei Sonnenaufgang zu erleben, wenn der Park noch nicht der Öffentlichkeit zugänglich ist. Abhängig von der Jahreszeit wird man gegen 4.00 Uhr mit einem ersten Frühstück geweckt, bevor man in ca. 15 Minuten zur Tempelanlage fährt. Ist man in Borobudur angelangt, kann man den direkten Weg nach oben nehmen, der über steile Treppen führt. Oder man lässt sich etwas Zeit, um im leichten Morgengrauen mit Taschenlampe die sechs Galerien und die oberen Terrassen mit 2.672 Reliefs und 504 Buddhastatuen im Uhrzeigersinn zu beschreiten. Der Weg veranschaulicht in unendlich vielen Szenen den langsamen Aufstieg Buddhas zur geistigen Erleuchtung. Keine der Galerien soll den Blick in die Umgebung, auf die nächste Ebene oder die Spitze freigeben, so dass der Besucher oder Pilger auf seinem Weg durch nichts abgelenkt wird. An der großen, das Nirwana symbolisierenden Zentralstupa angekommen, lässt man sich nieder und wartet, dass die Sonne aufgeht.

Der Ort strahlt eine sagenhafte Faszination von Ruhe und Harmonie aus. In der noch kühlen Luft erklingt in der Ferne ein Muezzin, während die ersten Sonnenstrahlen am Horizont erscheinen und der Frühnebel langsam über den Bäumen aufsteigt. Die aufgehende Sonne taucht das Bauwerk und seine Umgebung in ein weiches Licht, das bei klarem Wetter langsam auch die umliegenden Vulkane sichtbar werden lässt. Aus dem Merapi steigt eine feine Rauchsäule auf. Minute für Minute wird es heller, die Natur erwacht und doch verliert der Ort nichts von seiner Magie. Er ist ideal für eine Morgenmeditation, wie auch Muji, unser Guide aus dem Amanjiwo, feststellt.

Zurück im Hotel beim Frühstück mit Blick auf einen der Vulkane wird auf einmal klar, in welch wunderbarer Weise Architekt Ed Tuttle sein Werk umgesetzt hat. Das Gebäude ist ebenso in Ebenen angelegt, die Villen sind durch Gänge und Treppen verbunden, die keinen Blick nach unten oder oben zulassen. Die Zentralachse des Hotels ist auf Borobudur ausgerichtet und lässt das Heiligtum am Ende immer erkennen. Das Dach der Haupthalle und die Dächer der Villen sind der Form der Zentralstupa nachempfunden. Das Thema wird bis ins kleinste Detail aufgenommen, ob in der stupa-ähnlichen Form der Sonnenständer oder dem hölzernen Anhänger für den Zimmerschlüssel. Und doch vermittelt einem dieses Gesamtkunstwerk nicht das Gefühl, in einer Kopie zu wohnen. Die Architektur ist sachlich, klar und völlig zeitlos.

Java ist wie der Rest des Landes, abgesehen von Bali, muslimisch geprägt. Borobudur ist allgegenwärtig, während die Muezzine der umliegenden Dörfer ab Sonnenaufgang zum Gebet rufen. Dann ertönt eine Kakophonie verschiedener Stimmen aus Lautsprechern, welche die Faszination des Ortes nur noch mehr erhöhen. Es verleiht ihm einen Zauber, den man nur als magisch beschreiben kann.

Manche der Villen des Amanjiwo bietet einen direkten Blick auf Borobudur. In der Villa auf der Yoga-Matte stehend, den Tempel im Blick, sind Momente, die man nie vergisst.

Kathrin

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Borobudur

Amanjiwo

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